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| Im Januar 2006 auf der CES (Las Vegas) erfuhr ich, dass Frank Tchang von Acoustic Systems International gerade in Zusammenarbeit mit dem aussergewöhnlichen Lautsprecherdesigner Stefan Fekete (Lumen White) einen Referenz-Lautsprecher entwickelt. Mir war schlagartig klar, dass das ein grossartiges Jahr werden würde. Ich war sehr gespannt auf diesen neuen Lautsprecher und zu der Zeit, als das geschah, reizte mich ein neuer Referenzlautsprechers schon gewaltig. Mit anderen Worten: ich musste diesen Lautsprecher in meinem Hörraum zum Testen haben - und möglicherweise für mich selbst ... Aussehen und Technik Ich war zuerst überrascht von dem schlanken, ausserordentlich eleganten Design und dem wunderbaren Klavierlack-Finish dieses Consensus Audio Engineering Flagschiffs, der Conspiracy L. Sie verwendet Stefan Feketes innovative "Air flow"- und Franks "resonsance control"-Technologie (Frank ist bekannt als "the world's acoustic resonance guru"). Sie benützt kein konventionelles Gehäuse-Design, etwa gut gedämpftes MDF oder ein resonanz-loses Gehäuse, wie das, um nur ein paar Namen zu nennen, Kharma, Marten Design und Rockport Technologies tun, von denen alle exotische Komposit-Materialien verwenden, wie etwa exotische Platten in Mehrschichtaufbau, die Trägheit bewirken sollen. Consensus Audio Engineering tut das nicht. Ihr Design verwendet keinerlei Dämpfungsmaterial im Inneren des Lautsprechers. Statt dessen kommt die "Air-flow-Technologie" zur Anwendung, die das Ergebnis entsprechender Forschungsarbeit am Lautsprechergehäuse darstellt. Consensus Audio Engineering sagte mir, dass die akustischen Eigenschaften der Lautsprechermembranen durch elektrische Signale aktiviert werden und die Gehause durch Zeit-definierte teilweise Luftreflex-Impulse, die wiederum durch die definierte Form des Lautsprechergehäuses verursacht werden (dieses hat übrigens die Gestalt einer traumhaft schön gearbeiteten Laute, mit einem Luftstromauslass-System auf der Rückseite). Stefan Fekete sagt, dass es mehrere Vorteile bei der Verwendung des Air-flow-Designs gibt. Erstens braucht es keine Bedämpfung des Lautsprechergehäuses, weil die Reflexionen der Luftströme im Gehäuse, die durch die Bewegung der Lautsprechermembranen verursacht sind, kontrolliert und zeitkohärent sind. Das klangliche Ergebnis ist rein und natürlich. Zweitens verbessert sich der Klang dramatisch und ist schnell und transparent. Drittens erzeugt das System als Ganzes, bedingt durch die Form des Gehäuses, das Äquivalent zu einem mechanischen Dämpfungsfaktor selbst. Schließlich ist das Gesamtgewicht des Lautsprechers entsprechend geringer. Das Material des Gehäuses der Conspiracy L besteht aus Buchensperrholz, das in sieben Schichten unter Benutzung von natürlichem Knochenleim verleimt wurde. Auf diese Weise entsteht einer reicher, dichter und natürlicher Klang, der wirklich beeindruckend ist. Die Grundplatte ist aus einem ausgewählten Birnenholz gemacht und mit Top-of-the-line Füssen ausgestattet; beides wurde vom Guru selbst, Frank Tchang, entworfen. Stefan Fekete, der sich selbst als einen "Perfektionisten und Extremisten, wenn es um die Reproduction von Musik geht" beschreibt, hat auch dem kleinsten Detail dieses Drei-Weg-Voll-Bereichs-Lautsprechers (18 Hz - 35 kHz/ -3dB) seine volle Aufmerksamkeit gewidmet. Er verwendet ausschließlich Bauteile von höchster Qualität. Alle sechs Lautsprecherchassis verwenden ausschliesslich Accuton Keramik-Treiber aus deutscher Fertigung für die vier 7 Zoll Bässe, einen 7 Zoll Mittentöner und einen 1,5 Zoll Hochtöner (ein 1,2 Zoll Hochtöner ist für coole $ 8000 pro Paar optional erhältlich). Consensus Audio Engineering legt grossen Wert auf linearen Impedanzverlauf, niedrige Phasendrehung, hohen Wirkungsgrad, hohe Linearität bei Impulsen, bei gleichzeitig niedrigstmöglicher Verzerrung und höchstmöglich natürlicher Klangwiedergabe. Alle Treiber werden in Paaren gematcht auf gleichen dB-Bereich (d.h. +/- 0,25 dB), Impedanz und Aufbrechresonanzen. Die Frequenzweichen (mit Übergangsfrequenzen bei 150 und 2500 Hz) verwenden nur höchstqualitative Bauteile aus dem Hause Mundorf (Deutschland). Es werden paarweise gematchte Kondensatoren in Spitzenqualität, sauerstofffreie Kupferspulen und Metalloxidwiderstände eingesetzt. Die interne Verkabelung wird von Music Link in Handarbeit hergestellt und endet an einem Einfachanschluss mit Goldline-WBT-Buchsen (diese ermöglichen fünf verschiedene Arten des Anschlusses). Erste Eindrücke Aber jetzt Schluss mit diesem TechTalk ! Wollen wir doch einmal sehen, ob die Lautsprecher mit Mozart fertigwerden ... Schon direkt aus der Verpackung geholt klangen die Lautsprecher beeindruckend, da war eine bestimmte nicht-mechanische Qualität, eine realistische Stereobühne, grossartige Tonalität und mächtiger, tiefer Bass ... Die Conspiracy L ist wie ein Studio-Lautsprecher, der zum Abhören verwendet wird, sie wird jede winzige Änderung, die man an seiner Anlage vornimmt, enthüllen. Dieser Umstand beeindruckte mich wirklich und ich sagte mir: "Das ist ein grossartiges Werkzeug für einen Kritiker und für ernsthafte Audiophile" Ebenso muss ich ausdrücklich Komponenten im Front-End der Anlage empfehlen, die von ausserordentlicher Qualität sind ... Magie Allmählich kriegte ich zu wenig Schlaf, ich blieb oft bis vier Uhr früh auf: die Magie der Conspiracy L blieb über ihre gesamte Bandbreite erhalten, vom obersten Ende bis zum tiefsten Bass. Die Conspiracy L zeigte eine Offenheit und Transparenz ohne jegliche Anstrengung und ein Auflösungsvermögen, das sie von allen andern Lautsprechern, die ich in meinem Raum bisher gehört hatte, abhob. Dieses unglaubliche Ausmass an Information, das die Conspiracy L in den Raum stellen konnte, war schwer zu begreifen. Auf einer meiner Lieblingsaufnahmen, Rossinis Sonate a Quattro No.1 in G Dur mit Ensemble Explorations (HMC901776), erzeugte die Conspiracy L über den gesamten Frequenzbereich eine Darstellung, die mich mit ihrer lebensechten Intensität in die Musik hineinzog und mich vergessen machte, dass ich Elektronik hörte und nicht Live-Musik, die in meinem Raum spielte. Die Streicher hatten keinerlei mechanische Qualität an sich. Sie klangen organisch, wie ein wirkliches Streichinstrument selbst. Die einzelnen Instrumente wurden mit einer ganz ungewöhnlichen Leichtigkeit dargestellt. Da war Detailreichtum, Delikatesse, Fülle, Wärme und eine durchgängige Transparenz, die die subtilen Streicherinstrumente mit einer mir in die Eingeweide fahrenden Glaubwürdigkeit darstellte, die ich niemals zuvor erlebt habe. Übrigens, dieses unglaubliche Werk von Rossini hat dieser, glauben Sie es nun oder nicht, im Alter von zwölf Jahren komponiert. Die Conspiracy L lieferte ihre volle Tiefbass-Performance in meinem Raum ohne irgendwelche Ausflüchte ab. Sie übertraf darin sogar mein Referenz, Ascendo System Z mit dem Thunderbird Subwoofer von Talon. Die Conspiracy bot den tiefsten, festesten, präzisesten Bass, den ich jemals in meinem Raum gehört habe. Am schockierendsten war das völlige Fehlen eines Überhangs im Mittenbass oder irgendeiner Schwammigkeit ... Raum, voller Tiefbass Da war tiefe, unglaubliche Ausdehnung ins Bassregister hinein und die vier Basstreiber spielten in schöner Eintracht. Die Conspiracy L zeigte eine spielerische Performance in den tiefen Frequenzen und eine Fähigkeit, laut zu spielen und dabei doch den vollen dynamischen Ausdruck und Kontrolle zu bewahren. Auf Track 1 "Poem of Chinese Drums" von Yim Hok-Man, Meister des Chinesischen Schlagwerks (Naxos World 76002) wurde das tiefe Bassregister mit donnergleicher Wirkung, Kontrolle und Geschwindigkeit wiedergegeben, das Beste, was ich je in meinem Raum gehört habe. Die Conspiracy L reproduzierte den Schall mit einem Druck und einer Wirkung wie ein Vorschlaghammer. Der Schlegel der Trommel von Yim Hok-Man hatte Durchzug und Schlag bei völliger Kontrolle, der bemerkenswert war. Die Auswirkung der Conspiracy L auf die räumliche Darstellung meiner Anlage war gleicherweise bemerkenswert. Die Stereobühne hatte Weite und Tiefe; die Wand verschwand buchstäblich, genauso die Lautsprecher. Wenig überraschend schnitt die Conspiracy L eine Stereobühne von genau jener Größe, die auch auf der Aufnahme selbst zu finden war. Als ich die historische Aufnahme von Dvoraks Cello-Konzert in b-moll , op.104 (DG 413 819-2), vom Meister selbst, Mstislav Rostropowitsch, und vom Maestro selbst, Karajan, die Berliner Philharmoniker dirigierend, hörte, waren Stereobühne und Raum deutlich voneinander abgehoben. Die einzelnen Instrumente waren viel feiner gezeichnet als ich es sonst gehört hatte. Die Conspiracy L reproduzierte das Cello und das volle Orchester in Natürlichkeit und ganz organisch. Rostropowitsch saß vorne und das Orchester hielt sich ganz natürlich hinter ihm, mit einer tiefen, tiefen und weiten Stereobühne ... Mittenton, Natürlichkeit Der Mittenton der Conspiracy L war einfach ehrfurchgebietend. Je länger ich die Conspiracy L hörte, desto mehr zog es mich in das musikalische Geschehen hinein und ich schätzte ihre extrem natürliche und spielerische Wiedergabe, unabhängig von der Art der Musik. Die unglaubliche Menge an Information, die die Conspiracy L in meinem Hörraum reproduzierte, war aussergewöhnlich. Jacintha ist seit langer Zeit meine persönliche Referenz für weibliche Stimme. Bei der Wiedergabe von "Jacintha is her name" (GRV1014-2) stellte die Conspiracy L die üppige, reiche, dabei aber nuancierte Stimme von Jacintha in einer Weise dar, die einfach unglaublich war. Jacinthas Stimme wurde mit mehr Klarheit und Transparenz dargestellt, aber auch mit mehr Körper und Festigkeit. Es war, als hörte ich sie live zum allerersten Mal. Ein Muss unter den CDs mit Klaviermusik, Mozarts Piano Sonata in C-Dur, KV 330, (DG B0005827-72) mit Lang Lang, war eine atemberaubende Erfahrung mit der Conspiracy L. Lang Langs magischer Anschlag am Klavier bot ein Beispiel, wie Mozart seine Musik intendiert hat. Der Klang des Klaviers war so unglaublich real. Er wurde in einer Weise klar, rein und transparent reproduziert, dass man das hören musste, um es zu glauben. Die Wiedergabe des Klaviers war ausserordentlich detailreich in den Höhen und Tiefen, und die wechselnden Resonanzen des Korpus des Klaviers waren leicht zu unterscheiden anhand der Verwendung des Pedals durch Lang Lang. Einzelne Noten waren in spektakulärer Weise in samtiger Körperhaftigkeit und Abbildhaftigkeit durchzuhören. Es gab kein wie immer geartetes Klingeln und alle Nuancen waren hörbar. Die Sonate wurde mit Delikatesse und Empfindsamkeit gespielt und die Unmittelbarkeit des Klaviers wurde in natürlicher, organischer Weise wiedergegeben. Luft und Transparenz Die Conspiracy L war frei von Körnung in den Höhen und präsentierte einen superben klaren Klang mit Durchsichtigkeit und Unmengen Luft. Auf "Tati" von Paul Motian (ECM1921) wurden die Becken in einer Weise dargestellt, wie ich sie noch niemals vorher auf meinem System gehört hatte. Es war eine ganz andere Erfahrung, eigentlich eher eine Art von Ausbildung, die mir zuteil wurde; es schien als lernte ich gerade, wie Becken wirklich klingen sollten. Die Darstellung war sehr natürlich und klang eher aus wie ein wirkliches Becken, als dass sie statisch oder künstlich klang. Ihre Klarheit und Transparenz erlaubte der Conspiracy L, den komplexen Klang eines Beckens in einer wirklich organischen Weise darzustellen. Die Becken hatten Leben, sie hatten Gewicht, waren reich detailliert, und diese Durchsichtigkeit gab der Musik neue Bedeutung. Was einfach nicht auftrat, war der Verlust von Fülle, der sonst diese Art von Transparenz begleitet, und übertrieben gezeichnete Kanten. Transparenz dieser Art wird üblicherweise um den Preis eines skelettierten, schlanken Klanges erkauft. Diese Art des Kompromisses gab es bei der Conspiracy L nicht; da war einfach nur Musik. Über die Conspiracy L gespielt, behielten Schlagzeug, Trompete und Klavier ihre Individualität und distinkten Charakter, eine Erfahrung, die mich tief in die Musik hineinzog. Extrakt des Kritikers Die Consensus Audio Engineering Conspiracy L ist ein aussergewöhnlicher Lautsprecher in seinem innovativem Design, und, wohl am wichtigsten, seiner klanglichen Performance. Ich vermute jetzt, dass der Leser sich vorstellen kann, dass die Conspiracy L nicht nach Österreich zurückgehen wird, wo sie, wie Mozart selbst, geboren wurde. Bis zu dem Tag, an dem ich einen besseren Lautsprecher finde, wird sie meine Referenz sein. Ich nehme mir vor, sie für eine lange Zeit zu behalten. |